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Justus Kangogo träumt vom Familienfest mit Dancing Moves

Favoriten versprechen vollen Einsatz und große Laufparty

Die Favoriten auf den Sieg beim Vienna City Marathon gehen mit Optimismus in den Marathon am Sonntag und versprechen bereits bei der heutigen Pressekonferenz stimmungsvolle Feierlichkeiten im Ziel.

Bekannterweise ist es ratsam, Feste zu feiern, wie sie fallen. Für Justus Kangogo, der bereits am Mittwochabend in Wien angekommen ist, hatte der frühe Donnerstagmorgen den Rahmen eines Familientreffens. Er umarmte Vibian Chepkirui, seine Schwägerin. Die Favoritin auf den Sieg bei den Frauen ist die Ehefrau seines Bruders Wesley, ehemals auch Läufer und nun hauptberuflich Coach. Daher träumt Kangogo davon, am Sonntag zuerst selbst als Erster ins Marathonziel zu laufen und einige Minuten später seine Schwägerin als Siegerin vor dem Burgtheater zu empfangen, um sie zum gemeinsamen „Marathon-Familienfest“ mit auf die Ehrenrunde zu nehmen.

Kangogo verspricht Power von der Spitze

Justus Kangogo stammt aus einer Familie, in der Laufsport einen enormen Stellenwert hat. Zwei Brüder waren oder sind Profiläufer. Sein Bruder Wesley, der als Tempomacher von Chepkirui zweimal den Vienna City Marathon bestritten hat, schickte ihn mit den besten Wünschen auf die Reise nach Österreich: „Wenn es nicht zu kalt ist, wirst du den schnellsten Marathon deiner bisherigen Karriere laufen.“ So zitierte ihn der Athlet heute bei der Pressekonferenz.

Das wäre eine Zeit schneller als 2:05:57 Stunden – die hat der 29-Jährige beim Berlin Marathon 2023 erreicht. Im Herbst 2024 lief er in Amsterdam nach 2:06:45 Stunden als Vierter ins Ziel. Ob die Wetterbedingungen mit dem Ziel einer neuen persönlichen Bestleistung harmonieren werden, wird sich final am Sonntag zeigen – es wird voraussichtlich ein Marathon bei unüblich kühlen Temperaturen. Kangogo verspricht dennoch einen actiongeladenen Wettkampf: „Asbel und ich sind richtige Frontrunner. Wir werden unser Bestes geben und für ein spannendes Rennen sorgen. Und dann feiern wir gemeinsam im Ziel!“

Auch Rutto hat Steigerung im Blick

Asbel Rutto, der in seinen fünften Marathon geht, ist auch mit hohen Ambitionen zum Vienna City Marathon gekommen. Der 23-Jährige ist ein relativer Newcomer in der Szene, bestach vor einem Jahr mit einem Solo-Sieg beim Rom Marathon. Mit dem Streckenrekord von 2:06:24 Stunden – auf einer nicht flachen und mit viel Kopfsteinpflaster versehenen Strecke durch die „Ewige Stadt“ – machte er sich in der internationalen Marathonszene einen Namen. „Ich bin hier, um diese Bestleistung zu verbessern. Ich habe gesehen, dass der VCM-Kurs wesentlich schneller ist als jener in Rom“, kündigte er bei der heutigen Pressekonferenz an.

Das Elitefeld der Männer ist sehr dicht und verspricht einen spannenden Wettkampf. VCM-Erfahrung hat Stanley Kurgat, der im vergangenen Jahr Sieger Chala Regasa bis Kilometer 32 als Tempomacher entscheidend unterstützt hat. „Der VCM hat eine sehr schöne Strecke. Ich freue mich, sie dieses Mal bis zum Ende zu laufen“, sagte der 25-Jährige, der beim Berlin Marathon 2024 eine persönliche Bestleistung von 2:07:05 Stunden gelaufen ist. Auch er hätte nichts gegen künstlerisch geprägte, feierliche Gesten vor dem Burgtheater: „Manchmal muss man sich in einen relaxten Zustand begeben und da sind Tanzschritte eine tolle Möglichkeit“, erinnerte er sich schmunzelnd an die letztjährige After Race Party des Vienna City Marathon. Vielleicht wird er dort heuer als Sieger des VCM präsentiert.

Kurgat möchte, genauso wie seine kenianischen Landsleute Douglas Chebii, Dritter beim Linz Marathon 2022 und Madrid Marathon 2024, Benard Kimeli, der bereits tolle Halbmarathon-Leistungen in seiner Karriere erreicht hat, und der Vorjahreszweite Bernard Muia, in das Duell an der Spitze zwischen den beiden Frontrunnern eingreifen und damit um den Sieg beim VCM 2025 mitlaufen.

Aus österreichischer Sicht fällt die Hauptaufmerksamkeit auf die Leistungen von Andreas Vojta (team2012.at) und Lemawork Ketema (SVS Leichtathletik), die morgen beim zweiten Pressetermin im ARCOTEL Kaiserwasser über ihre sportlichen Ziele sprechen werden.

„Wir gehen top-vorbereitet ins Rennen!“

In diesem Wording aus dem Spitzensport fasste VCM-Geschäftsführerin Kathrin Widu die Organisationsarbeit des VCM-Teams der letzten Monate zusammen. Österreichs größte Aktivsportveranstaltung freut sich auf ein Lauffest in neuen Dimensionen. Fast 46.000 Anmeldungen gingen für alle Bewerbe ein, 146 unterschiedliche Nationalitäten befinden sich im Teilnehmerfeld. Beides ist neuer Veranstaltungsrekord. „Wir haben den Beginn des Anmeldetrends euphorisch aufgenommen und dieser hat einfach nicht aufgehört“, blickte VCM-Geschäftsführer Dominik Konrad zurück. Die Folge der hohen Anmeldezahlen waren bekanntlich jene, dass der VCM noch vor Weihnachten aufgrund ausgeschöpfter Kapazitäten die Anmeldungen für die Hauptbewerbe frühzeitig schließen musste.

Marathon-Fest für alle

„Wir sind ein Marathon für alle und das wollen wir auch bleiben“, betonte Konrad und erwähnte exemplarisch: „Bei uns finden alle ein tolles Angebot – ob die Dreijährige beim Fledermauslauf, das Firmenteam beim Staffelmarathon oder der Routinier, der seinen seit 40 Jahren Marathons bestreitet.“ Die steigenden Anmeldezahlen sind Folgen des „Experience Hunting Booms“, wie Widu formulierte, und eines neuen bewussten Lebensstils junger Erwachsenen, bei denen das Laufen eine wichtige Rolle spielt. Das spiegle sich im öffentlichen Stadtleben wieder. „Es entstehen immer mehr neue Running Communities. Und das tut der Gesamtstimmung in der Laufszene gut. Sie wird cooler, sie wird jünger und sie wird zunehmend weiblicher“, so Widu. Das sei auch bei den VCM-Trainingsaktivitäten und allen drei VCM Winterläufen deutlich spürbar gewesen.

Als weltbekannte touristische Destination sei Wien aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer prädestiniert für ein stimmungsvolles, internationales Lauferlebnis. Das verleiht der Veranstaltung Kraft. „Der VCM ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. Es gibt keine Branche, die nicht vom VCM und vom Rundherum profitieren kann“, ergänzte Konrad.

VCM News / Medien-Info / Thomas Kofler