Gemeinsam mit Erste Bank und Vienna City Marathon fand am Dienstag, 25. März 2025 der sportsbusiness.at Breakfast Club statt.
Im Mittelpunkt einer spannenden Gesprächsrunde am Erste Campus in Wien standen der Boom, den Laufsport und seine Events erfahren.
Dominik Konrad (Vienna City Marathon), Cordula Lassacher (ÖLV U23-Halbmarathon Rekordhalterin), Hubertus Rothwangl (Österreich Werbung), Kathrin Widu (Vienna City Marathon) und Sebastian Zenker (Erste Bank) analysierten die Gründe für das große Wachstum und beleuchteten die Chancen für Veranstaltungen, Sponsoren und Destinationen.
Klar ist: Mehr Teilnehmer*innen bedeuten auch mehr Fans und Begleitpersonen, noch bessere Stimmung, höhere Gesundheitswirkung, mehr Chancen für Unternehmen, noch stärke wirtschaftliche und touristische Effekte.
Ein neuer Höhepunkt und neue Zielgruppen
Der Vienna City Marathon am 5. und 6. April feiert mit 45.000 Meldungen das größte Event seit der Gründung. Rund 13.000 Anmeldungen entfallen auf die Marathondistanz über 42,195 Kilometer – das bisherige Allzeithoch auf dieser Strecke lag bei 11.138 Läuferinnen und Läufern im Jahr 2001.
„Wir freuen uns besonders, dass die Marathondistanz deutlich stärker wird und dass mehr Frauen und mehr junge Menschen als je zuvor am Start sein werden“, sagt Kathrin Widu, VCM-Geschäftsführerin. Läuferinnen und Läufer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren bilden mittlerweile die größte Altersgruppe beim VCM. Am Vienna 5K, dem 5-km-Lauf auf der Ringstraße, nehmen sogar mehr Frauen als Männer teil. Der Wiener Städtische Halbmarathon macht mit einem Anstieg des Frauenanteils von 42% im Vorjahr auf 47,5% einen großen Schritt in Richtung Geschlechterparität.
Optimierung und Wachstum
Um mehr Läuferinnen und Läufern die Teilnahme zu ermöglichen, arbeitete der VCM mit Crowd-Management-Experte Marcel Altenburg von der Manchester Metropolitan University zusammen. „Wir haben die Strecke und die Straßenbreiten genau analysiert, um ein flüssiges Lauferlebnis zu ermöglichen. Ob weiteres Wachstum möglich ist, hängt auch von der städtischen Entwicklung ab“, erklärt Dominik Konrad, VCM-Geschäftsführer.
Der Laufboom zeigt sich überall in der Stadt. „Schon bei unseren Vorbereitungsläufen und Trainings verzeichneten wir Rekordbeteiligungen. Man braucht nur zu den Wiener Lauf-Hotspots schauen – Prater, Schönbrunn, Donaukanal – um die Laufbegeisterung wahrzunehmen“, so Konrad.
Lebensgefühl einer Generation: "Diese Stadt läuft!"
U23-Rekordläuferin Cordula Lassacher bestätigt diesen Eindruck: „Man hat einfach das Gefühl: ‚Diese Stadt läuft!‘ Ich hoffe, dass dieser Trend lange anhält, denn wer läuft, macht etwas für seine körperliche und mentale Gesundheit. Das Laufen ist eine super soziale Aktivität, zum Beispiel wenn ich zu einer der vielen Running Communitys gehe. Ich bin sehr froh, in einer Zeit Läuferin zu sein, in der dieser Sport so wertgeschätzt wird.“
Die 22-jährige Lassacher hat 2025 bereits drei ÖLV U23-Rekorde aufgestellt. Bei den VCM Winterläufen im Jänner und März verbesserte sie die Marken im 10-km-Straßenlauf (34:29 Minuten) und im Halbmarathon (1:16:18 Stunden). Am vergangenen Samstag holte sie den österreichischen Staatsmeistertitel im 10.000m-Lauf in 34:23,53 Minuten und erfüllte damit das Limit für die U23-Europameisterschaften. Im Rahmen des VCM wird sie beim Vienna 5K am Samstag, 5. April starten. Schon vor fünf Jahren konnte sie den Jugendlauf gewinnen: „Wir bekommen eine einzigartige Bühne geboten beim VCM und können uns präsentieren. Ich freue mich auf die geniale Stimmung. Es sind Eindrücke, die einen ungemein motivieren.“
Tourismus und Wirtschaft profitieren
Der Vienna City Marathon verstärkt mit seiner großen Beteiligung auch den positiven Effekt auf die Tourismuswirtschaft. „Der VCM trägt wesentlich zur Belebung der Stadt bei, sei es im Einzelhandel, bei Nächtigungen oder in der Gastronomie“, betont Hubertus Rothwangl von der Österreich Werbung.
Laut einer unabhängigen Untersuchung aus dem Jahr 2018 generiert der VCM 126.000 Nächtigungen und eine touristische Wertschöpfung von 25 Millionen Euro – Tendenz steigend, da die Teilnehmerzahlen zugenommen haben. Anreisende Teilnehmende verbringen durchschnittlich 2,9 Nächte in der Stadt und reisen meist mit zwei Begleitpersonen an.
„Unser Ziel ist es, Bilder vom Vienna City Marathon in unseren Märkten noch stärker in die Welt hinauszutragen. Es hat eine Hebelwirkung, Emotionen von Laufevents zu zeigen und Österreich auf diesem Weg international bekannt zu machen. Aktivurlaube sind ein großer Markt“, so Rothwangl.
Emotionale Kraft des Sportsponsorings
Sebastian Zenker, Leiter Sportsponsoring Erste Bank, hebt die emotionale Kraft der Zusammenarbeit hervor: „Ganz Wien ist im Laufhype am VCM-Wochenende. Es knistert in der Luft. Diese Laufbegeisterung spüren wir auch direkt im Unternehmen. Besonders wichtig ist für uns der Imagetransfer, den wir für unsere Marke mit dem guten Gefühl und den Emotionen beim Sport vermitteln können. Sich Ziele setzen und sie gemeinsam erreichen – das unterstützen wir als größte Laufinitiative des Landes beim VCM und bei 200 Laufveranstaltungen in ganz Österreich. Über 700 Personen aus dem Mitarbeiterkreis von Erste Bank und Sparkassen laufen bei einem VCM-Bewerb mit und feiern danach in unserer Company-Zone.“
Neben auffälligen Inszenierungen wie dem #glaubandich-Schriftzug auf der Reichsbrücke setzt die Erste Bank ein starkes Zeichen für Inklusion: Die #glaubandich-Schlussläuferinnen und -Schlussläufer begleiten Teilnehmende im hinteren Feld und sorgen dafür, dass niemand Letzte oder Letzter wird – „You’ll never run alone“.
Fazit: Ein Fest für alle
Dominik Konrad und Kathrin Widu ziehen ein klares Fazit: „Wir wollen weiterhin ein Laufevent für alle sein, mit einem starken Marathon und einer Vielfalt an Distanzen. Jede Läuferin und jeder Läufer, egal auf welcher Strecke, ist Teil dieser großen Geschichte.“