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Aaron Gruen läuft österreichischen Marathon-Rekord 2:09:53 bei New York

Ein ereignisreiches Laufwochenende: Aaron Gruen knackt in der Nähe von New York den österreichischen Marathonrekord und läuft in 2:09:53 Stunden als erster ÖLV-Athlet unter 2:10! Das VCM-Team gratuliert zu dieser großartigen Leistung!

Bei den österreichischen Halbmarathon-Staatsmeisterschaften in Wels holen Thomas Messner nach einem taktischen Rennen in 1:07:45 und Larissa Matz in persönlicher Bestzeit von 1:14:38 die Titel. Beide starten am kommenden Wochenende beim VCM. Matz am Samstag im Vienna 5K, Messner am Sonntag im Wiener Städtische Halbmarathon. Erfahre hier mehr. 
 

Rekordlauf geglückt!


Der Bericht folgt in weiten Teilen der Story von Leichtathletik-Journalisten Olaf Brockmann auf krone.at.
 

Österreich hat einen neuen Marathon-Rekordler: Der in den USA lebende Aaron Gruen verbesserte als Dritter beim McKirdy-Marathon in Valley Cottage (New York) die bisherige Bestmarke auf der klassischen Distanz von 42,195 km von Peter Herzog (2:10:06) auf großartige 2:09:53. Der 26-Jähirge pulverisierte auf dem offiziell vermessenen Rundkurs seine bisherige Bestzeit von 2:14:21 Stunden (Chicago 2024) mehr als deutlich. "Ich bin einfach nur überglücklich!" 

Aaron Gruen (ÖBV Pro Team) unterbot damit auch das interne ÖLV-Limit für eine Teilnahme an der WM in Tokio. Dies ist 2:10:00 Stunden. Sollte er in den Top 100 der "Road to Tokyo" sein, wäre er damit für die WM vom 13. bis 21. September in Tokio qualifiziert. Der Marathon der Männer findet am 15. September statt.

"Probleme mit dem Magen"

Im ersten Telefon-Interview aus den USA zeigte sich Aaron Gruen im Gespräch mit Brockmann überwältigt. „Ich bin einfach nur überglücklich. Ich wusste, dass ich in bester Form bin. Das Training zuletzt war perfekt. Ich hatte die vergangenen 15 Wochen im Schnitt 160 oder 170 km pro Woche zurückgelegt. So bin ich optimistisch und locker in das Rennen gegangen.“ Aber unterwegs hatte er plötzlich Probleme mit dem Magen. „Da habe ich mich schlecht gefühlt. Ich war ständig davor, mich übergeben zu müssen.“ Deshalb hatte er auch viel weniger getrunken als geplant.

Auswirkungen auf die Leistung hatte dies erst auf den letzten vier Kilometern, als er Kilometerzeiten im Bereich von 3:11 bis 3:14 lief. Den Rekord ließ er sich jedoch nicht mehr nehmen.

„Training war nahezu perfekt“

Dem Rekordlauf ging eine kontinuierliche Vorbereitungsphase voran, die ein sehr gutes Resultat erwarten ließ. Seit Jänner brachte er ein durchgehendes, hochwertiges Training über die Runden. „Es war der beste und gesündeste Marathon-Aufbau, den ich je hatte. Das Training war nahezu perfekt“, postete er am 16. März, zwei Wochen vor dem Rennen, auf Strava. Umfänge bis 204 Wochenkilometern mit qualitätsvollen Marathontrainings deuteten an, dass er die 2:10 angreifen könnte.

„Rekord für die Großeltern“

Auf dem Rundkurs von 4746,08 m um den idyllischen Rockland Lake war er nach den beiden ersten Runden Fünfter, dann hielt er stets den dritten oder vierten Platz. Er lief wie ein Uhrwerk. „Die letzten drei Kilometer waren aber sichtlich intensiv.“ Da hatte er hart zu kämpfen. „Aber ich fühlte, dass es ein Rekord wird. Ich wolle ihn so unbedingt. Das bedeutet mir so unendlich viel – aber vor allem wollte ich es auch für Österreich schaffen. Ich bin so stolz, für Österreich laufen zu dürfen!“

Der Hintergrund: Die Familie Gruen, jüdischer Abstammung, hatte in den 30er-Jahren in die USA fliehen müssen. „Deshalb widme ich auch den Rekord meinen Großeltern und Urgroßeltern.“ Die jetzige Welt sehe so schlecht aus, er aber wollte auch zeigen, „dass es sehr wohl Gutes in der Welt gibt“. Aaron Gruen wuchs in München auf (Vater US-Amerikaner, Mutter Deutsche). Er übersiedelte später in die USA, wo er erfolgreich studiert, er schloss an der Brown University ein Chemie-Studium ab und hat bereits einen Platz an der Harvard Medical School fix, den er ab August 2025 wahrnimmt. Neben dem Studium und dem Laufen unterrichtet er Cello und gibt Konzerte und Auftritte als Solist und in Kammermusik-Ensembles.

Nicht nur Sportgeschichte

Seit 2022 besitzt Aaron Gruen die österreichische Staatsbürgerschaft gemäß § 58c Abs. 1a des Staatsbürgerschaftsgesetzes 1985. „Mein Großvater musste mit seiner Familie am Anfang des Zweiten Weltkriegs aus Wien flüchten. Mein Vater hat die Dokumente über die letzten Jahre gesammelt und wir haben dann zusammen die Staatsbürgerschaft erworben. Ich spiele viel Musik aus der Zeit des Holocaust. Tatsächlich befasste sich meine Bachelorarbeit mit der in Theresienstadt komponierten Musik!“ Österreich zu repräsentieren bedeutet Aaron Gruen, mehr als nur Sport zu treiben: „Es ist eine Möglichkeit, das Unrecht der Vergangenheit intern zu korrigieren.“